Am Spinnrad zum Künstler werden
Europäische Kulturtage: Einblicke in besondere Kunsthandwerksbetriebe – Auch Wichte dabei
Im Heimatmuseum in Wichte: Nicht jeder kann so gut wie Dorothee Schanze, links im Bild, und Ilse Kamper spinnen und Garn von der Spule des Spinnrads abwickeln. Deshalb bietet die engagierte 72-Jährige nicht nur Museumsführungen, sondern auch Spinnkurse an.
Wichte/Sterkelshausen – Alle Jahre wieder lädt die Erlebnisregion Mittleres Fuldatal, zu der bekanntlich auch die lieblichen Seitentäler gehören, im Rahmen der Europäischen Kulturtage ein zum Besichtigen von ganz besonderen Kunsthandwerksbetrieben oder auch Museen, in denen man sich an alte Traditionen erinnert und diese sogar pflegt. Wer nun denkt: „Jedes Jahr das Gleiche!“, der irrt. Auch das Wichter Heimatmuseum hatte geöffnet. Die Mitglieder boten am Sonntag auch Kaffee und Kuchen an. Das Museum war auch gut besucht.
Ilse Kamper, eine der guten Seelen des Heimatvereins, stand mit weiteren Ehrenamtlichen zur Verfügung, um die weit über 50 Vorbeischauenden unter anderem durch den Raum zu führen, der zu Zeiten, in denen das kleine Wichte Übernachtungsrekorde verzeichnete, als Verkehrsbüro genutzt wurde.
Jetzt wird in ihm rund um die über 100 Jahre alten Original-Schulbänke Dorfschulmobiliar gezeigt. Im Nachbarraum ist eine kleine Mineraliensammlung untergebracht. Ein Stockwerk höher kann man Geräte in Augenschein nehmen, mit denen früher gesponnen, gewebt und Leinen hergestellt wurde, unter anderem einen Webstuhl, einen Webrahmen sowie Spinnräder. Aber auch Fertiges wie alte Leinenhemden, Mehlsäcke und so manches Schöne aus der vermeintlich guten, alten Zeit. Bis heute bietet der Heimatverein Web-, Spinn- und Färbekurse an, sodass jeder Interessierte die Möglichkeit hat, zum Künstler zu werden.
Auf dem Hof von Uwe Möller in Sterkelshausen konnte man einen Blick auf die vielen Figuren und Gegenstände werfen, die vor und in der zu einer Art Metallwerkstatt gewordenen Scheune standen, kommt einem unwillkürlich in den Sinn: „Was hat der denn da schon wieder aus vermeintlichem Schrott gemacht …“
Die durchgesägten Badewannen, die der früher als Personalvermittler tätige Rentner in Gartensitzmöbel, in denen man tatsächlich hervorragend sitzen kann, verwandelt hat, fallen fast nicht weiter auf. Die kennt man schon von früher. Deshalb will sie der 66-Jährige demnächst mit einem schwenkbaren Getränkehalter versehen. Neu sind die Lampen und Feuerschalen aus in Heizungskellern überflüssig gewordenen Ausdehnungsgefäßen sowie die den Betrachter verblüffenden Gartengrillgeräte, Terrassenöfen mit Sichtfenster und Pizzaöfen aus aufgeschlitzten Gasflaschen. Oder auch die Grillgeräte, die sich in der Schmierstofftonne, in der sie eingebaut beziehungsweise aufgebaut sind, zusammenlegen und wegstellen lassen.
Im Nachbarraum ist eine kleine Mineraliensammlung untergebracht. Ein Stockwerk höher kann man Geräte in Augenschein nehmen, mit denen früher gesponnen, gewebt und Leinen hergestellt wurde. Dort finden sich unter anderem ein Webstuhl, ein Webrahmen sowie Spinnräder. Aber auch Fertiges wie etwa alte Leinenhemden, Mehlsäcke und so manches Schöne aus der vermeintlich guten, alten Zeit. Bis heute bietet der Heimatverein Web-, Spinn- und Färbekurse an, sodass jeder Interessierte die Möglichkeit hat, zum Künstler zu werden.
